Aktuelles - Bulgarien

 

 

Kastrationswoche im Tierheim in Dobrich im Juni 2019

 

 

 

In der Woche vom 10.6. bis 16.6.2019 wurde in dem von der Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung finanzierten Tierheim in Dobrich eine Kastrationsaktion durchgeführt. 

Der Tierarzt Karl S. stellte der Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung seine Arbeitskraft für eine Woche in Aussicht und die Stiftung kümmerte sich vorab um die Organisation, denn es sollte ein reibungsloser Ablauf gewährleistet sein. Die Finanzierung der Aktion wurde ebenfalls von der Stiftung bestätigt. 

 

Karl S. schloss seine Tierarztpraxis für eine ganze Woche, in der er für die Straßentiere in Bulgarien ehrenamtlich im Einsatz sein würde. Nicht nur Straßenhunde und -katzen sollten kastriert werden; das kostenlose Angebot galt auch für alle Dobricher Bürger, die ihre eigenen Tiere zur Operation bringen wollten. Jede durchgeführte Kastration reduziert das Leid vieler Tiere, die meist unerwünscht zur Welt kommen, die nicht versorgt, ausgesetzt oder umgebracht  werden. 

 

Leider fing die Reise für Karl S. nicht gut an… Er sollte am 9. Juni 2019 vormittags am Flughafen in Varna ankommen, dort abgeholt und ins Tierheim nach Dobrich gebracht werden. So hätte er noch ausreichend Zeit gehabt, sich einen ersten Überblick über die Situation vor Ort und seinen Arbeitsplatz für die kommende Woche verschaffen zu können. Leider kam es aber ganz anders, denn sein Flug hatte 8 Stunden Verspätung und er kam erst gegen 22 Uhr im Hotel an. Der erste Tag in Dobrich, zudem noch sein Geburtstag, begann somit mit einem späten, aber wenigstens guten Abendessen. 

 

Am nächsten Morgen ging es dann endlich los. Im Tierheim wurden wir von der Tierheimleiterin Maria Velikova und der einheimischen Tierärztin Tanja Ilieva erwartet. Es folgte eine zügige Sichtung der Gegebenheiten im OP, des vorhandenen OP-Bestecks und der vorrätigen Medikamente sowie Materialien.

 

Dann ging es sofort los: Tania Ilieva bereitete schon das erste Tier für die Kastration vor: eine Katze. Und Karl begann kurz darauf mit der ersten Kastration. Während der Operation wurde jedes Tier von Tania Ilieva kontrolliert. Sie untersuchte Ohren und Zähne wegen möglicher Infektionen, um Entzündungen oder ähnliches umgehend behandeln zu können. Eine Assistentin kümmerte sich nach jeder erfolgten Operation sofort um die Reinigung und Sterilisation des OP-Bestecks. Es wurde sehr effektiv Hand in Hand gearbeitet.   

 

Unsere Kastrationsstatistik des ersten Tages, 10. Juni 2019:

7 Hündinnen

2 Rüden

1 Katze

2 Kater

 

Für den zweiten Tag wünschte sich Dr. Karl S. eine sogenannte „Wippe“ für die Kastrationen.  Die Arbeit mit einer solchen Wippe ist effizienter, da die Tiere auf dem Rücken in die Wippe gelegt und nicht erst auf dem OP-Tisch fixiert werden müssen. Die Wippe wurde bei einem Schreiner in Auftrag gegeben und war tatsächlich am nächsten Tag schon fertig.

 

An den kommenden Tagen wurde das Angebot der kostenlosen Kastrationen gut angenommen. Einige Hunde wurden von der Straße gebracht, aber auch Besitzer durften ihre Hunde und Katzen zur Kastration abgeben. Eine junge Frau kam zum Beispiel mit drei kleineren Hunden, die ein älteres Ehepaar in einem Dorf in der Nähe von Dobrich an einer kurzen Kette gehalten hatte. Für uns unvorstellbar, aber leider in Bulgarien doch häufig noch anzutreffen. Bei der Kastration einer der drei kleinen Hündin bemerkte Tanja Ilieva, dass eines ihrer Ohren sehr entzündet war und schon bei nur leichtem Druck viel Eiter hervorkam. Mit Entsetzen stellten die Tierärzte fest, dass irgendein Tierarzt den kompletten Gehörgang zugenäht hatte! Es ist unglaublich, was man teilweise zu sehen bekommt, bzw. die Tiere dort erleiden müssen………

Es musste umgehend gehandelt werden. Nachdem Tanja die Zustimmung der Besitzer zu der notwendigen Operation erhalten hatte, legte sie die arme Hündin erneut in Narkose und Karl versuchte, zu retten, was zu retten war…..  Die Kleine war ganz tapfer und hat die Operation zum Glück gut überstanden! Sie hatte dann noch mehr Glück, denn sie wurde kurz darauf von ganz  lieben Menschen adoptiert, bei denen sie ein respektiertes Familienmitglied ist und bei ihnen im Haus leben darf! Kettenhaltung ade!

 

Auch an diesem Tag konnte die Kastrationsstatistik sich sehen lassen: Außer der Operation am „geschlossenen Ohr“, die sehr aufwendig war, wurden 4 Hündinnen, 9 Katzen und 7 Kater kastriert.

 

Auch an den Folgetagen wurden täglich Hunde und Katzen ins Tierheim gebracht. Zudem sind zwei Assistentinnen in jeder freien Minute mit dem Tierheimauto unterwegs gewesen, um im Stadtzentrum herrenlose Katzen einzufangen. Dobrich hat einen wunderschönen Markt, auf dem dank des guten Futterangebots viele Katzen leben. Mit Transportboxen ausgerüstet sind die Assistentinnen losgezogen, um einige Tiere einzufangen. Diese wurden dann nach der Kastration und nachdem sie sich erholen konnten an ihre gewohnten Plätze zurückgebracht. Die Bevölkerung zeigte sich sehr interessiert und viele fragten nach, was denn mit den Tieren passiere. Nachdem sie hörten, dass die Tiere kastriert und wieder auf die Straße an ihre angestammten Plätze zurückgebracht würden, waren sie sehr hilfsbereit und dankten den Helfern für ihren Einsatz.

 

Am dritten Tag sind zwei Assistentinnen mit der Tierärztin Tanja Ilieva losgefahren, um kastrierte Katzen wieder zu dem Wohnblock zurückzubringen, an dem eine Tierfreundin sie täglich fütterte. Die ältere Dame wartete dort bereits auf „ihre“ Straßenkatzen. Die noch nicht kastrierten Katzen konnten leider nicht eingefangen werden, da sie zu scheu waren und keine Katzenfalle zur Verfügung stand. 

 

Die deutsche Gruppe, die für die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung im Einsatz war, dachte an nichts anderes als an die Aktion und die wichtigste Überlegung war immer: wo bekommen wir noch Tiere her? Sie hatten ihre Augen überall und kein Tier entging ihnen. 

Selbst beim Abendessen in verschiedenen Restaurants entdeckte man Katzen, die man nach dem Essen oder am nächsten Tag dann einfing. Es wurden auch verletzte Tiere gefangen, die dann gleich behandelt wurden. Ein großer stattlicher Kater hatte eine große stattliche Wunde, vermutlich von einem Kampf um eine Katzendame, und diese konnte gleich verarztet werden, als er in Narkose lag. 

 

Am Mittwoch, den 12. Juni, bekam unser Tierarzt Karl S. für einen Tag Unterstützung von einem jungen Tierarzt, der kürzlich seinen Abschluss an der Universität erlangt hatte. An diesem Tag waren dann insgesamt drei Tierärzte für das Kastrationsprogramm im Einsatz. Sie arbeiteten flott und effizient Hand in Hand. 

 

In den nächsten Tagen arbeitete Karl S. mit tatkräftiger Unterstützung der Tierärztin Tanja Ilieva und zwei Assistentinnen bis zu seinem Abreisetag am 16. Juni unermüdlich weiter. Insgesamt wurden 105 Tiere kastriert - ein toller Erfolg für diese Kastrationswoche!

 

An dieser Stelle möchten wir Karl S. noch einmal unseren allerherzlichsten Dank für seinen Einsatz für die Straßentiere in Dobrich ausdrücken. 

 


 

Kastrationsprogramm in Bulgarien

 

Im Rahmen unseres Kastrationsprojektes wurden von Januar bis Dezember 2017 allein in Schumen in Bulgarien 720 Tiere kastriert:

 

284 Hündinnen

142 Rüden

222 Katzen

72 Kater

  

Eine große Zahl dieser Tiere wurde nach der Kastration auf ihre angestammten Plätze zurückgebracht. Diejenigen, die auf der Straße keine Überlebenschance haben, wurden im Tierheim in Schumen aufgenommen.

 

Unser Kastrationsprogramm läuft ganzjährig. Deshalb sind wir dringend auf Spenden angewiesen.

 


 

Mai 2017

Fütterung von verlassenen Hunden in Kremikovci

 

Die Dana Stiftung in Sofia kümmert sich weiterhin um die verlassenen Hunde in Kremikovci. Jetzt im Sommer fahren sie zweimal in der Woche das ganze Fabrikgelände ab und versorgen die Streuner mit Futter, das von der Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung finanziert wird.

 

Wenn Welpen gefunden werden, die sich fangen lassen, nehmen die Ehrenamtlichen diese mit und lassen sie medizinisch versorgen und bringen sie auf Pflegestellen unter. Entwurmung, Impfungen, Kastration erfordert auch finanzielle Mittel.

 

Helfen Sie uns und den armen Hunden mit Ihrer Spende unter dem Stichwort „Bulgarien“.

 


 

Fotos von der Fütterung von herrenlosen Hunden in Kremikovci vom 26. April 2017

 


 

Im Jahr 2016 haben wir allein in Schumen in Bulgarien 649 Straßenhunde und 83 Streunerkatzen kastrieren lassen!

 


 

7. Juni 2016

 

Ein Bericht von der bulgarischen Stiftung DANA, die die verlassenen Hunde mit der finanziellen Hilfe der Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung zwei Mal in der Woche füttert.

 

Nach der üblichen Runde um die 25 qkm Fläche der verlassenen Fabrik Kremikovci durften wir zum zweiten Mal seit 2013 auf das Gelände und haben sogar Zugang zum Fabrikinneren bekommen. Auch dort konnten wir Futter verteilen. Wir haben auch gesehen, dass es leider einige Welpen dort gibt. Das zeigt uns, dass auf dem Gelände immer noch unkastrierte Rüden und Hündinnen herumlaufen und dass diese dringend gefangen und kastriert warden müssen. Wir werden mit den Kastrationen beginnen, nachdem die Hunde ein bisschen zugenommen haben und die Welpen alt genug dafür sind.

Und hier noch ein paar Eindrücke von unserem letzten Besuch.

 

 

Bei der Fütterung am 2. Juni 2016   

 

 

Bei der Fütterung am 11. März 2016   

 

 

Bei der Fütterung am 8. März 2016   

 

 

Bei der Fütterung am 6. März 2016