Tierheim in Schumen

 

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen das Tierheim in Schumen vorstellen und Ihnen einen Einblick in die Arbeit vor Ort geben. Es ist sehr kostspielig, ein Tierheim zu unterhalten und einen nachhaltigen Tierschutz zu betreiben, zu dem ein ganzjähriges Kastrationsprogramm gehört.

 

Wir sind dringend auf Spenden angewiesen und dankbar für jede Unterstützung. Auf unserer Homepage haben Sie die Gelegenheit, sich über alle Fortschritte zu informieren, die durch Spenden an das Tierheim Schumen erreicht werden. Tierfreunde, die unsere Arbeit gerne unterstützen möchten, können dies unkompliziert per Überweisung und zu 100% zweckgebunden tun.                                    

 

Verwendungszweck „Tierheim Schumen“ 

 

 

Vielen Dank!

 

Aktuelles


Über das Tierheim Schumen

Die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung engagiert sich seit fünfzehn Jahren finanziell im Tierschutz in Bulgarien. Sie hat nicht nur die Kastration von Zehntausenden von Straßenhunden und -katzen finanziert, sondern auch einige Tierheime finanziell unterstützt.

 

Seit Frühling 2015 hat die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung gemeinsam mit dem Verein Grund zur Hoffnung e.V. die Verantwortung für das Tierheim in Schumen übernommen. Vorher lag diese bei einem anderen deutschen Verein. Die Besonderheit am Tierheim in Schumen liegt darin, dass es sich um ein sehr gut funktionierendes Public Private Partnership handelt, unserer Kenntnis nach das erste und im Tierheim-Sektor am längsten bestehende in Bulgarien.

 

Um dies näher zu erläutern: Das Tierheim ist ein städtisches Tierheim, das jedoch größtenteils von der Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung und dem Verein Grund zur Hoffnung e.V. finanziert und kontrolliert wird. Einen kleinen Teil zur Finanzierung sowie das Gelände steuert die Stadt Schumen bei. Für uns ist die Public Private Partnership im Bereich der Tierheime DAS Modell. Es gibt zwar Dutzende von öffentlichen Tierheimen in Bulgarien: Gelände, Gebäude, Zwingeranlagen bzw. Ausläufe sind vorhanden, aber die Tierheimbewohner sind aufgrund von Geldmangel der Kommunen häufig nicht ordentlich versorgt. Das heißt die Tiere werden primär zur Vermittlung untergebracht, wobei die Pflege der Tiere während des mitunter jahrelangen Tierheimaufenthaltes angemessene Standards und Kontrolle vermisst. Haltungstechnisch und medizinisch prekäre Zustände sind in den bulgarischen Tierheimen leider keine Ausnahme: Ein Standardproblem sind etwa übertragene und unerkannte Erkrankungen der Tiere aufgrund mangelnder Expertise und nicht durchgeführter Impfungen. Rein quantitativ gibt also keinen Grund, neue Tierheime für hohe fünfstellige Beträge zu bauen, doch wie immer ist hier die Frage nach dem „Wie“, also der Qualität der Tierschutzarbeit in den bereits bestehenden Tierheimen entscheidend. 

 

Public Private Partnership

Statt Zehntausende von Euro in die Neubauten von Tierheimen zu stecken, wäre es zur Verbesserung der bereits „einsitzenden“ Tiere zielführend, wenn deutsche oder andere ausländische Vereine sich mit den öffentlichen Tierheimen zusammenschlössen und kooperierten. 

Erfahrungsgemäß kann diese Zusammenarbeit den Tierschutz in den Tierheimen selbst und in deren Einzugsgebieten deutlich verbessert werden: Die medizinische Versorgung kann etwa durch Vermittlung von Expertise, Aufklärung und Kontrollen aufgewertet werden. Außerdem steigert Vernetzung ins Ausland die Vermittlungschancen insbesondere für ältere Tiere und zu guter Letzt kann präventive Tierschutzarbeit durch Kastrationsaktionen intensiviert werden. Die regelmäßigen Welpenschwemmen durch die zahlreichen unkastrierten Hunde und Katzen auf der Straße und den Höfen sind immer noch die sich ungehemmt fortsetzende Ursache des Tierleids. Reine Vermittlungsarbeit wird dieses Problem niemals in den Griff bekommen wird. 

 

Die Entwicklung des Tierheims

Im Jahr 2015 lebten etwa 500 Hunde im Tierheim in Schumen, keiner dieser Hunde war geimpft und das in einem Land, in dem der Infektionsdruck aufgrund der vielen Straßenhunde sowie eines geringen Impfstatus bei Besitzertieren massiv ist. Es gab zwar einen Tierarzt, aber kein umfassendes, medizinisches Programm. 

 

Der Verein Grund zur Hoffnung e.V. holte den Karbener Tierarzt Roger Wagner mit ins Boot, der die Arbeit von Anfang an ehrenamtlich begleitet und unterstützt hat. Während seiner Reise nach Bulgarien zusammen mit der Vorsitzenden von Grund zur Hoffnung e.V. im Sommer 2015 erstellte er einen umfassenden Hygieneplan für das Tierheim. Ein großes Programm zur medizinischen Prophylaxe gegen Ekto- sowie Endoparasiten sowie ein umfassendes Impfprogramm wurden zügig umgesetzt.

 

Seit dieser Zeit sind alle Hunde vollständig geimpft und erhalten ihre jährlichen Nachimpfungen. Parasitenprohylaxe wird regelmäßig betrieben. Dies kostet viel Geld, hat den Hunden aber unnötiges Leid erspart und die Sterblichkeit drastisch reduziert.

 

Tierarzt Roger Wagner ist seit 2015 ein- bis zweimal im Jahr ehrenamtlich vor Ort, um den Standard weiterhin anzuheben und die bulgarischen Kollegen auszubilden und weiter zu sensibilisieren. Er berät die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung in allen medizinischen Belangen und hat im Tierheim wichtige Baumaßnahmen umgesetzt.

 

Durch ein konsequentes, ganzjähriges Trap Neuter Return-Programm (fangen, kastrieren, wieder freilassen) konnten allein in den letzten drei Jahren über 5.000 Hunde und Katzen kastriert werden. Dadurch wurde die Anzahl der Straßenhunde in Schumen massiv reduziert. Nach und nach wurden Verträge mit den umliegenden Gemeinden Kaolinovo, Novi Pazar, Venetz, Hitrino und Kaspichan geschlossen, so dass auch aus den angrenzenden Kommunen Hunde zur Kastration eingefangen, im Tierheim kastriert und wieder zurückgebracht werden. Ein groß angelegtes Kastrationsprogramm ist der einzige Weg im Auslandstierschutz, um mittel- bis langfristig etwas zu erreichen. Kontinuität und die Schlagzahl sind dabei die beiden wichtigsten Faktoren.

 

Zudem wurde ein solides und seriöses Vermittlungsprogramm aufgebaut und Tiere werden nach Deutschland vermittelt. Durch dieses Zusammenspiel konnte die Anzahl der sich in Schumen befindlichen Hunde in fünf Jahren halbiert werden. Aktuell leben zwischen 200 und 250 Hunde im Tierheim in Schumen.

 

Ein solch umfassendes Programm ist nur durch ausreichend finanzielle Mittel umzusetzen. Aus diesem Grund sind wir dringend auf Ihre Hilfe angewiesen, um den hohen Standard, den wir im Tierheim in Schumen erreichen konnten, sowie das sehr umfangreiche Kastrationsprogramm auch weiterhin zu erhalten.