Auf dieser Seite möchten wir Ihnen das Tierheim in Schumen vorstellen und Ihnen einen Einblick in die Arbeit vor Ort geben. Es ist sehr kostspielig, ein Tierheim zu unterhalten und einen nachhaltigen Tierschutz zu betreiben, zu dem ein ganzjähriges Kastrationsprogramm gehört.
Wir sind dringend auf Spenden angewiesen und dankbar für jede Unterstützung. Auf unserer Homepage haben Sie die Gelegenheit, sich über alle Fortschritte zu informieren, die durch Spenden an das Tierheim Schumen erreicht werden. Tierfreunde, die unsere Arbeit gerne unterstützen möchten, können dies unkompliziert per Überweisung und zu 100% zweckgebunden tun.
Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung
IBAN: DE25 5125 0000 0001 1206 20
BIC: HELADEF1TSK
Verwendungszweck „Tierheim Schumen“
Vielen Dank!
Dieses Jahr im Oktober hatten wir wunderbare, tierärztliche Verstärkung mit im Tierheim in Schumen, Bulgarien!
Zu einer guten, nachhaltigen Arbeit im Auslandstierschutz gehört neben einem ganzjährigen Kastrationsprogramm im Tierheim in Schumen auch die Fortbildung des Personals vor Ort. Denn die Mitarbeiter vor Ort sind es, die 365 Tage im Jahr für die Tiere im Einsatz sind und diese versorgen.
Die Reise nach Schumen begann am 2. Oktober 2025 mit zwei Tierärzten sowie einer ehrenamtlichen Helferin. Am Folgetag wurde die kleine Reisegruppe um einen weiteren Tierarzt ergänzt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Tierärzte Roger Wagner, Dr. Niklas Bürgener sowie Felix Bürgener, die ihre Zeit und ihre fachliche Kompetenz komplett ehrenamtlich für die Tiere eingesetzt haben.
Im Vorfeld gab es einiges zu planen und zu organisieren. Die Operationsräume mussten mit einer ausreichenden Zahl an OP-Tischen bereit stehen. Eine umfangreiche Patientenliste musste erstellt werden. Diese enthielt vorliegende Untersuchungsergebnisse, Röntgenaufnahmen sowie weiteres Bildmaterial. Anhand der Unterlagen wurde die Liste der Hunde erstellt, die bestimmte Operationen benötigten, die schlechte Zähne oder anderweitige medizinische Baustellen hatten, die im Rahmen des Möglichen in Bulgarien abgeklärt werden sollten. (Zur Erklärung: Die Situation in einem bulgarischen Tierheim ist nicht mit einer gut ausgestatteten deutschen Tierarztpraxis vergleichbar. Ebenso sind die diagnostischen Möglichkeiten vor Ort begrenzt.)
Zudem sollte bei unserer Ankunft eine
gewisse Zahl an Straßentieren im Tier-
heim sein, die unbedingt noch vor dem
Winter kastriert werden sollten. Wichtig
war, die wertvolle Hilfe durch die drei
Tierärzte vollumfänglich zu nutzen und
keinen Leerlauf entstehen zu lassen.
Dann musste die ungefähre Anzahl von Patienten kalkuliert werden, um im Vorfeld eine ausreichende Menge an Narkosemitteln, OP-Material sowie Medikamenten zu bestellen und für die Behandlungen zur Verfügung zu haben. Dies ist in Bulgarien noch schwieriger als in Deutschland, denn seit einigen Jahren haben wir auch dort regelmäßig mit Knappheiten zu kämpfen und viele Arzneimittel sind plötzlich gar nicht mehr verfügbar. Als weiterer erschwerender Faktor kommt in Bulgarien hinzu, dass es nur relativ wenige Großhändler gibt, die überhaupt bestimmte Medikamente vertreiben dürfen.

Nach unserer Ankunft gab es für die Tierärzte eine Führung durch das Tierheim, damit sie sich einen Überblick über die aktuelle Situation verschaffen konnten. Danach ging es gleich an die Arbeit. Für Roger Wagner und Felix Bürgener standen am ersten Nachmittag drei Kastrationen, eine Zahnsanierung und die Untersuchung und Behandlung weiterer Patienten an.
Eine Straßenkatze kam mit einer Entzündung des Beins und einem Hornhaut-Defekt ins Tierheim, ein Hund litt unter einer Elefantiasis, bei einem weiteren Hund bestand die Vermutung einer Patellaluxation und einige weitere Patienten folgten.
Am Folgetag wurde das Team durch Dr. Niklas Bürgener verstärkt und wir hatten mit Magdalena, der Tierärztin vor Ort, nun vier Tierärzte zur Verfügung. Die Verständigungs-
schwierigkeiten ließen sich durch die lateinischen Namen der Gliedmaßen, Gefäße, Muskeln und Nerven gut überwinden. Für Details half die Tierheimleiterin Zlatina mit einer Übersetzung vom Englischen ins Bulgarische aus.
Der Austausch ist für beide Seiten interessant und natürlich wird auch viel Wissen vermittelt. Ob es um verschiedene Nahttechniken geht, um Behandlungsansätze für bestimmte Leiden oder um Techniken, wie man z.B. dreiwurzelige Backenzähne einfacher ziehen kann, jede Form des Austauschs und der Hilfestellung bringt einen Mehrwert für die bulgarischen Mitarbeiter.
Neben den Tieren, die im Tierheim leben, werden täglich auch Straßenhunde und -katzen ins Tierheim gebracht – zur Kastration oder zur Behandlung. Das Besondere am Tierheim in Schumen ist, dass dort trotz der hohen Arbeitsbelastung und bei einem Bestand von derzeit 250-300 Hunden ganzjährig Straßentiere kostenlos behandelt werden! Nach der Genesung (und Kastration!) werden die Hunde und Katzen dann wieder an ihren Platz gebracht.
So wurde bei einer Straßenkatze bei der Kastration zusätzlich noch ein Tumor in der Mundhöhle festgestellt als sie in Narkose lag. Dieser hätte der armen Katze mittelfristig große Probleme bereitet, also stand es außer Frage, dass dieser Tumor auch entfernt wurde. Zusätzlich hatte die Katze sehr schlechte Zähne, die auch umgehend extrahiert wurden. So wurde, wie regelmäßig im Tierheim-Alltag, aus einer vermeintlichen „Standard-OP“, der Kastration, doch ein größerer und (zeit)aufwendiger Eingriff. Planen lässt sich der Tagesablauf immer nur grob, da täglich Unvorhergesehenes passiert und immer wieder Notfälle dazwischen kommen.
Mocka, einer ausgesetzten Boxerhündin, die mit großen Fleischwunden und einem verletzten Auge auf der Straße gefunden wurde, musste leider ein Augapfel entfernt werden. Sie hat den Eingriff aber tapfer überstanden und ist am vergangenen Wochenende nach Deutschland auf eine Pflegestelle gereist.

Viele Hunde und Katzen mit unterschiedlichen Leiden wurden außerdem gründlich untersucht. So hatten wir einen neuen, alten Hund im Tierheim, August, bei dem ein Herzproblem sowie ein altersbedingter grauer Star festgestellt wurden. (Auch August hat sein Zuhause gefunden und ist am letzten Samstag in Deutschland angekommen.)
Bei Alois, der schon viel Schlimmes erlebt hat und ertragen musste wurde nun auch noch eine Mitralklappenendokardiose diagnostiziert. Bei einer Straßenkatze wurde Hautkrebs an den Ohren festgestellt, woraufhin sie ebenfalls operiert wurde. Dies sind nur einige Beispiele, die Liste lässt sich fortführen.
Nach sechs Tagen waren von den deutschen Tierärzten allein 38 Tiere kastriert (davon 16 Hündinnen, 8 Rüden, 10 Katzen, 4 Kater), sehr viele Hunde und Katzen erhielten unter Vollnarkose eine Zahnsanierung (gesunde Zähne sind für Hunde und Katzen ebenso wichtig wie für uns Menschen) und es wurden dreizehn weitere aufwendige Operationen durchgeführt: von Tumorentfernung über Hernien, Bulbusexstirpation bis hin zu Knochenoperationen wie Patellaluxation, Femurkopfresektion und leider auch Amputationen.
Wir sind den drei Tierärzten Roger Wagner, Dr. Niklas Bürgener und Felix Bürgener sehr dankbar für ihren wertvollen und selbstlosen Einsatz, denn dank ihnen konnten so wichtige Operationen durchgeführt werden, die den Hunden und Katzen Schmerzen nehmen und Leid ersparen. Diese Hunde sind nun bereit für die Vermittlung und warten auf die passenden Familien.
Auch wir Menschen haben von der guten Zusammenarbeit profitiert, die so professionell und harmonisch funktionierte zwischen den Tierheim-Mitarbeitern, den Unterstützern, den Bulgaren und den Deutschen. Dieser Aufenthalt hat uns wieder einmal gezeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können, wenn wir dasselbe Ziel verfolgen: Das Wohl der Tiere steht im Mittelpunkt und dafür hat jeder einzelne in der Gruppe alles gegeben!
Im Herbst stand wieder ein Kontrollbesuch der Tierheime in Schumen und Dobrich an. Es ist unabdingbar, sich regelmäßig ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, sich mit den Tierheim-Mitarbeitern auszutauschen, sie zu schulen und zu überprüfen, an welchen Stellen man weitere Verbesserungen im Sinne der Tiere einführen kann.
Besonders dankbar sind wir Tierarzt Roger Wagner, der wieder einmal ehrenamtlich mitgereist ist und den Tieren in Bulgarien abermals seinen Urlaub geschenkt hat. Er bringt sein immenses Fachwissen, seine chirurgischen Fähigkeiten und nicht zuletzt eine riesige Portion Leidenschaft für die Tiere ohne Bezahlung ein. Dafür an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön!
Die Einsätze vor Ort fordern einiges an Vorbereitung. Abgesehen vom Flüge und Unterkünfte buchen, von der Planung, welcher Standort wann besucht wird und der Abstimmung mit den Tierheimen, dass u.a. die benötigten Medikamente in ausreichender Menge beschafft werden, bleibt dann noch die Organisation vor Ort.
Einige Patienten, zu denen die bulgarischen Tierärzte Fragen haben, stehen vorab auf der Liste. Viele weitere kommen während unserer ersten Tage vor Ankunft von Roger Wagner hinzu. Die Patientenliste wird immer länger und wir bangen, dass uns nicht genug Zeit für alle Patienten bleibt.
Roger Wagner ist – ohne An- und Abreise – insgesamt 5 ½ Tage vor Ort, die von morgens bis spät abends durchgetaktet sind mit Untersuchungen, Behandlungen, Operationen und Fortbildung der Tierärzte vor Ort.
Eine Voraussetzung, dass das straffe Programm durchgezogen werden kann, ist eine solide Vorarbeit. D.h., dass wir uns die Hunde schon vor Ankunft des Tierarztes genau ansehen, das schließt die Kontrolle der Zähne ebenso ein wie z.B. die Beurteilung eines Gangbildes. Wir haben Hunde mit Hautproblemen entdeckt, mit Augenproblemen, mit Hernien oder Geschwülsten. Nach der ersten Sichtung wurde gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort eine Liste nach Priorität erstellt, denn die Hunde, die eine Narkose benötigen würden, mussten dafür nüchtern bleiben und somit rechtzeitig aus den Gruppen isoliert werden, damit sie am Operationstag keinen Zugang zu Futter haben. Die bulgarische Tierheim-Tierärztin und das Tierheim-Team standen schon bereit.
Alles war vorbereitet und es konnte nach Ankunft von Roger Wagner direkt losgehen.
Unter den vielen Hunden, die während dieses Aufenthaltes tierärztlich behandelt wurden, waren:
Ein trauriger Fall war Sony, ein freundlicher Hund, bei dem wir beim Abtasten am Hinterbein ein Projektil festgestellt haben, das unter der Haut saß. Uns war bis dahin nicht bekannt, dass Sony vor seiner Zeit im Tierheim angeschossen worden war. Leider tauchen immer wieder Hunde mit Geschossen im Körper auf, oft werden diese nur zufällig entdeckt. Das Projektil wurde entfernt und die Zähne wurden bei der Gelegenheit auch von Zahnstein befreit. Sony ist ein – mit seiner Vorgeschichte nicht verwunderlich – ein wenig zurückhaltender Hund, der erst einmal
beobachtet und abwartet. Wenn er aber merkt, dass von uns Menschen keine Gefahr ausgeht, traut er sich auch schon vor und lässt sich streicheln. Das kann er dann auch genießen!
Hier können Sie mehr über Sony erfahren!
Ein weiterer Patient war der winzige, etwa 1,5 Jahre junge Shumaher, der vor einigen Monaten mit einer Fraktur des Hinterbeins anonym in der Hundeklappe des Tierheims „entsorgt“ worden war. Er wurde extern in einer Tierarztpraxis operiert, nun war es jedoch an der Zeit, den ca. 10 cm langen Pin zu entfernen. Der kleine Mann hat die Operation gut überstanden, ob er aber wieder alle vier Beine normal nutzen können wird oder ob möglicherweise eine Bewegungseinschränkung zurückbleibt, können wir noch nicht sagen. Auch Shumaher sucht noch ein Zuhause, darf aber in Kürze auf eine Pflegestelle nach Deutschland ziehen und kann dort kennengelernt werden.
Mehr zu Shumaher erfahren Sie hier.
Besonders arm dran war die ca. 14-jährige HündinZiko, die viele Jahre ihres traurigen Lebens im Tierheim in Dobrich verbracht hat. Ihr hartes Leben hat sie gezeichnet, trotzdem ist sie eine ganz freundliche Hündin, die auch Freude empfinden und zeigen kann. Aufgrund ihres Alters leidet sie an grauem Star und Arthrose und hatte zusätzlich noch einen Leistenbruch, der operiert wurde. Ihre Konstitution stellte sich nach eingehender Untersuchung glücklicherweise als so gut heraus, dass sie für die Operation sowie Zahnbehandlung in Narkose gelegt werden konnte. Sie hat den Eingriff gut überstanden und ist inzwischen auf einer Pflegestelle untergebracht, damit sie den kalten und nassen Winter nicht mehr im Freien verbringen muss. Sie wartet dort auf ihr endgültiges Zuhause.
Hier erfahren Sie mehr über Ziko.
Eine ebenfalls sehr alte Hündin, die im April lieblos und in einem furchtbaren Zustand in der Hundeklappe des Tierheims abgeladen wurde, hat mehrere Baustellen. Altersbedingt leidet sie unter einem Katarakt und hat extrem durchtrittige Pfötchen. Zudem hatte sie Mammatumore, die entfernt und einige verfaulte Zähne, die dringend gezogen werden mussten. Es ist immer wieder traurig und uns völlig unverständlich, wie man sich solcher armen, alten Tiere einfach entledigen kann. Ronica hatte aber Glück im Unglück, denn nun wurde ihr nicht nur medizinisch geholfen, sie hat auch ihre Endstelle gefunden und darf in Kürze, pünktlich vor dem Winter, das Tierheim verlassen!
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Weitere Hunde, die im September 2022 behandelt wurden, werden in Kürze hier erscheinen. Ein weiterer Besuch lohnt sich! Viele von ihnen sind schon bald auf dem Weg nach Deutschland in ihre Pflegefamilie, einige unter Ihnen suchen noch ihr festes Zuhause.
Die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung engagiert sich seit fünfzehn Jahren finanziell im Tierschutz in Bulgarien. Sie hat nicht nur die Kastration von Zehntausenden von Straßenhunden und -katzen finanziert, sondern auch einige Tierheime finanziell unterstützt.
Seit Frühling 2015 hat die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung gemeinsam mit dem Verein Grund zur Hoffnung e.V. die Verantwortung für das Tierheim in Schumen übernommen. Vorher lag diese bei einem anderen deutschen Verein. Die Besonderheit am Tierheim in Schumen liegt darin, dass es sich um ein sehr gut funktionierendes Public Private Partnership handelt, unserer Kenntnis nach das erste und im Tierheim-Sektor am längsten bestehende in Bulgarien.
Um dies näher zu erläutern: Das Tierheim ist ein städtisches Tierheim, das jedoch größtenteils von der Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung und dem Verein Grund zur Hoffnung e.V. finanziert und kontrolliert wird. Einen kleinen Teil zur Finanzierung sowie das Gelände steuert die Stadt Schumen bei. Für uns ist die Public Private Partnership im Bereich der Tierheime DAS Modell. Es gibt zwar Dutzende von öffentlichen Tierheimen in Bulgarien: Gelände, Gebäude, Zwingeranlagen bzw. Ausläufe sind vorhanden, aber die Tierheimbewohner sind aufgrund von Geldmangel der Kommunen häufig nicht ordentlich versorgt. Das heißt die Tiere werden primär zur Vermittlung untergebracht, wobei die Pflege der Tiere während des mitunter jahrelangen Tierheimaufenthaltes angemessene Standards und Kontrolle vermisst. Haltungstechnisch und medizinisch prekäre Zustände sind in den bulgarischen Tierheimen leider keine Ausnahme: Ein Standardproblem sind etwa übertragene und unerkannte Erkrankungen der Tiere aufgrund mangelnder Expertise und nicht durchgeführter Impfungen. Rein quantitativ gibt also keinen Grund, neue Tierheime für hohe fünfstellige Beträge zu bauen, doch wie immer ist hier die Frage nach dem „Wie“, also der Qualität der Tierschutzarbeit in den bereits bestehenden Tierheimen entscheidend.
Statt Zehntausende von Euro in die Neubauten von Tierheimen zu stecken, wäre es zur Verbesserung der bereits „einsitzenden“ Tiere zielführend, wenn deutsche oder andere ausländische Vereine sich mit den öffentlichen Tierheimen zusammenschlössen und kooperierten.
Erfahrungsgemäß kann diese Zusammenarbeit den Tierschutz in den Tierheimen selbst und in deren Einzugsgebieten deutlich verbessert werden: Die medizinische Versorgung kann etwa durch Vermittlung von Expertise, Aufklärung und Kontrollen aufgewertet werden. Außerdem steigert Vernetzung ins Ausland die Vermittlungschancen insbesondere für ältere Tiere und zu guter Letzt kann präventive Tierschutzarbeit durch Kastrationsaktionen intensiviert werden. Die regelmäßigen Welpenschwemmen durch die zahlreichen unkastrierten Hunde und Katzen auf der Straße und den Höfen sind immer noch die sich ungehemmt fortsetzende Ursache des Tierleids. Reine Vermittlungsarbeit wird dieses Problem niemals in den Griff bekommen wird.
Im Jahr 2015 lebten etwa 500 Hunde im Tierheim in Schumen, keiner dieser Hunde war geimpft und das in einem Land, in dem der Infektionsdruck aufgrund der vielen Straßenhunde sowie eines geringen Impfstatus bei Besitzertieren massiv ist. Es gab zwar einen Tierarzt, aber kein umfassendes, medizinisches Programm.
Der Verein Grund zur Hoffnung e.V. holte den Karbener Tierarzt Roger Wagner mit ins Boot, der die Arbeit von Anfang an ehrenamtlich begleitet und unterstützt hat. Während seiner Reise nach Bulgarien zusammen mit der Vorsitzenden von Grund zur Hoffnung e.V. im Sommer 2015 erstellte er einen umfassenden Hygieneplan für das Tierheim. Ein großes Programm zur medizinischen Prophylaxe gegen Ekto- sowie Endoparasiten sowie ein umfassendes Impfprogramm wurden zügig umgesetzt.
Seit dieser Zeit sind alle Hunde vollständig geimpft und erhalten ihre jährlichen Nachimpfungen. Parasitenprohylaxe wird regelmäßig betrieben. Dies kostet viel Geld, hat den Hunden aber unnötiges Leid erspart und die Sterblichkeit drastisch reduziert.
Tierarzt Roger Wagner ist seit 2015 ein- bis zweimal im Jahr ehrenamtlich vor Ort, um den Standard weiterhin anzuheben und die bulgarischen Kollegen auszubilden und weiter zu sensibilisieren. Er berät die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung in allen medizinischen Belangen und hat im Tierheim wichtige Baumaßnahmen umgesetzt.
Durch ein konsequentes, ganzjähriges Trap Neuter Return-Programm (fangen, kastrieren, wieder freilassen) konnten allein in den letzten drei Jahren über 5.000 Hunde und Katzen kastriert werden. Dadurch wurde die Anzahl der Straßenhunde in Schumen massiv reduziert. Nach und nach wurden Verträge mit den umliegenden Gemeinden Kaolinovo, Novi Pazar, Venetz, Hitrino und Kaspichan geschlossen, so dass auch aus den angrenzenden Kommunen Hunde zur Kastration eingefangen, im Tierheim kastriert und wieder zurückgebracht werden. Ein groß angelegtes Kastrationsprogramm ist der einzige Weg im Auslandstierschutz, um mittel- bis langfristig etwas zu erreichen. Kontinuität und die Schlagzahl sind dabei die beiden wichtigsten Faktoren.
Zudem wurde ein solides und seriöses Vermittlungsprogramm aufgebaut und Tiere werden nach Deutschland vermittelt. Durch dieses Zusammenspiel konnte die Anzahl der sich in Schumen befindlichen Hunde in fünf Jahren halbiert werden. Aktuell leben zwischen 200 und 250 Hunde im Tierheim in Schumen.
Ein solch umfassendes Programm ist nur durch ausreichend finanzielle Mittel umzusetzen. Aus diesem Grund sind wir dringend auf Ihre Hilfe angewiesen, um den hohen Standard, den wir im Tierheim in Schumen erreichen konnten, sowie das sehr umfangreiche Kastrationsprogramm auch weiterhin zu erhalten.